Uli wurde 1956 in München geboren und wuchs in einer sehr musikaffinen  Familie auf. Sein Vater legte regelmäßig sonntags Schallplatten von Louis Armstrong und Joe „King“ Oliver auf und in den 60er Jahren wurde im Radio sehr viel Jazz- und Gospelmusik gesendet, was Uli regelrecht an den Lautsprecher fesselte. Sein älterer Bruder Johannes brachte in jenen Tagen eine Schallplatte von George Lewis, dem legendären Klarinettisten aus New Orleans, nach Hause. Diese Aufnahmen waren für Uli die Inspiration schlechthin, das Klarinettenspiel zu erlernen. Er besuchte ein musisches Gymnasium und hatte dort für neun Jahre eine klassische Ausbildung an der Klarinette und am Klavier.

Jugend

Seine Liebe galt jedoch der Jazzmusik.  Mit 15 Jahren wurde Uli  festes Mitglied bei den Occamstreet Footwarmers, der Hausband der legendären Münchner Jazzkneipe Allotria. Der Leader dieser Band und Betreiber des Allotrias, Hermann Kügler, war Uli`s Mentor in jenen Jahren. Bald darauf gründete Uli zusammen mit seinem Bruder Johannes am Piano  und seinem Freund Max Kirchmeier am Schlagzeug die Storyville Shakers, eine Band,die sich ganz dem New Orleans Revival Jazz verschrieben hatte.  Mit den Storyville Shakers trat  Uli über 40 Jahre auf vielen Konzertbühnen Europas auf, wozu er  auch regelmäßig Gastmusiker aus New Orleans einlud. Im Jahre 1979 reisten die drei jungen Shakers  nach New Orleans, um die Musik vor Ort zu erleben und zu lernen. Im gleichen Jahr folgte eine Einladung des legendären Pianisten und Sängers Sing Miller aus New Orleans zu einer Tour nach Bayern. Auch in den folgenden Jahren tourten Musiker aus New Orleans mit den Storyville Shakers, so etwa Sam Lee, Gerald French, Charly Gabriel, Leroy Jones, Walter Payton  und andere. Im Zuge dieser Tourneen wurden mehrere CDs aufgenommen.

New Orleans

Wegen seiner Begeisterung für diese Musik vertiefte sich Uli mehr und mehr in alle möglichen Facetten verschiedener Interpreten. Vom Spiel des Saxophonisten Capn John Handy war er so angetan, dass er alsbald selbst das Altsaxophon erlernte. Spätestens seit seiner ersten Reise ins Mississippi-Delta vor mahr als 40 Jahren ist Uli restlos infiziert vom New Orleans Sound.

 Unter seinem eigenen Namen „Uli Wunner`s Jazz Creole“ organisiert er seit vielen Jahren Tourneen mit dem Startrompeter Leroy Jones aus New Orleans. 2019 wurde Leroy Jones auf dem Festival in Ascona mit dem Ascona Jazz Award ausgezeichet – Uli begleitete ihn dabei mit seiner Band auf mehreren Konzerten und TV Auftritten.

Creole Clarinets

Ende der 1990er Jahre gründete er zusammen mit seinem Kollegen und Freund Thomas L`Etienne die Formation Creole Clarinets.  Der Austausch und die vielen musikalischen Erlebnisse mit Thomas beschreibt Uli als besonders wichtig für seine musikalisches Leben.  Zusammen entdeckten sie die creolische Klarinettenmusik der Karibikinsel Martinique und schließlich begann Thomas sich mit der Samba und Choromusik Brasiliens zu beschäftigen. Uli folgte ihm nach Brasilien,  wo sie in den vergangenen Jahren zusammen mit Musikern aus Rio de Janeiro mehrere Studioaufnahmen machten. Neben vielen Konzertauftritten auf den namhaften europäischen Jazzfestivals nahmen Uli und Thomas mit der Formation CreoleClarinets  insgesamt 5 Cds auf.

Beleza

In seiner Heimatstadt Freising gründete Uli  zusammen mit der Sängerin Julia Schröter und anderen jungen Musikern aus Freising vor einigen Jahren das Ensemble Beleza, eine Formation, die neben Jazzklassikern sich der brasilianischen Samba- und Choromusik Brasiliens beschäftigt. Auch mit dieser Formation nahme Uli kürzlcih eine CD auf.

Auf den Bühnen der Welt

 Auch als  Gastmusiker ist Uli Wunner seit vielen Jahren gefragt, er spielt regelmäßig mit der Band New Orleans Night Owls des belgischen Trompeters Joris de Cock, der Maryland Jazzband Cologne und zahlreichen anderen bekannten New Orleans Bands Europas. Als Gastmusiker begleitete er die Maryland Jazzband auf mehreren Konzertreisen nach New Orleans, im Jahre 2012 wurde dabei mit dem Gastsänger Big Al Carson aus New Orleans eine Life-CD im Mint iim Frenchquarter eingespielt.

 Er war mehrmals mit der Sängerin Lilian Boutte aus New Orleans auf Tour, mit dem legendären Bluespianisten Christian Willisohn gibt er seit einigen Jahren regelmäßig Konzerte. Seit 30 Jahren ist er  Gast auf dem bekannten Ascona Jazzfestival,wo er mit Ikonen wie Shannon Paul, Gerald French, Lucien Barbarin, und vielen anderen auftrat.

Seit seinem ersten Aufenthalt in New Orleans 1979 pilgert Uli  regelmäßig in die Mutterstadt des Jazz . Er ist bei den Musikern  aus New Orleans ein gern gesehener Gast und spielt  dort in den bekannten Clubs wie Sonesta Playhouse, Preservation Hall, Palm Court, Candlelight Lounge zusammen mit den Bands aus der Stadt.

Gleichwohl seines tiefen Interesses an der Jazzmusik machte Uli die Musik nicht zu seinem Hauptberuf. Er war als promovierter Fischereibiologe 32 Jahre beim Bezirk Oberbayern beschäftigt und engagierte sich um den Fisch- und Gewässerschutz in Oberbayern.

„Like one of us..“

Seine musikalische Seele hat sich jedoch seit früher Kindheit der Musik aus der Heimatstadt des Jazz verschrieben.  Es ist die archaische, unverwechselbare und autentische Energie der  afrikanischen Musikkultur, die ihn so fasziniert und die in ihrer speziellen Ausprägung  in New Orleans immer wieder in neuen Facetten entsteht. Seine Musikerfreunde aus New Orleans bestätigen Uli seine Liebe zu deren Musik und es gibt für ihn kein schöneres Kompliment als das vom legendären New Orleans Drummer Gerald French, der nach gemeinsamer Session im Sonesta Playhouse feststellte: „you sound great man, like one of us….“-.